netzwerk mode textil
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Collage © Anna Sophie Howoldt 2011
unter Verwendung folgender Vorlagen:

1. Mercedes Benz Fashion Week
Marcel Ostertag 2011
Foto: © Susanne O. Beckmann

2. Garnrollen, Krefeld 2009
Foto: © Gundula Wolter

3. Herrenanzug, 18. Jh. (Det.)
Staatliche Museen zu Berlin
Kunstgewerbemuseum
Foto: © John Colton
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Dr. Gretel Wagner, geb. Neumann (1925 – 2025)
Heute, am 15. September 2025 wird Gretel Wagner zur letzten Ruhe begleitet, auf den Städtischen Friedhof in Wilmersdorf, Berlin. Sie ist 100 Jahre und einen Monat alt geworden, und nicht nur deshalb ist sie eine „Jahrhundertfrau“!
Dieser persönliche Text ist kein offizieller Nachruf, denn mir fehlen weitgehend alle Informationen zu ihren Lebensetappen (Ausbildung, erste berufliche Erfahrungen). Dennoch möchte ich heute, am Tag ihrer Beerdigung, in Gedanken intensiv bei ihr sein, indem ich dankbar an die gemeinsam verbrachten Stunden und an ihrer Persönlichkeit denke.
Gretel Wagner hat mich im April 1989 als „Museumsassistentin in Fortbildung“ in der Kunstbibliothek Berlin am damaligen Standort in der Jebensstraße am Bahnhof Zoo freundlich in Empfang genommen. Ich sollte ihre letzte Mitarbeiterin in der Lipperheideschen Kostümbibliothek sein, denn bald danach stand ihre Pensionierung an. Sie wollte gerne gemeinsam einige Sammlungsbereiche ordnen und durchsehen. Kompetent und sachbezogen führte sie mich in die Sammlung und in den Buchbestand ein, sodass ich bald externe Anfragen und Erwerbungsangebote bearbeiten konnte. Und sie bot mir direkt an, ob ich eine kleine Sonderausstellung im Zugangsbereich zum Lesesaal konzipieren wollte. Wir entschieden, dass der 200. Jahrestag der Französischen Revolution ein gutes Thema sein könnte, zu dem in der Kostümbibliothek interessantes Material zu finden ist.
Gretel Wagner war eine vorbildliche Vorgesetzte, die immer darauf achtete, ihr Team gut einzubinden und die Arbeitsabläufe sinnvoll zu gestalten. Selbst von großer Bescheidenheit, gab sie jedem Nutzer, jeder Nutzerin der Bibliothek und Sammlung ihr Wissen selbstlos weiter und führte die jeweiligen Rechercheanfragen weit über das Normalmaß hinaus durch. Oft blieb ihr deshalb wenig Zeit für eigene Projekte und Forschungen, was sie bedauerte. – Ausgleich für den fordernden Berufsalltag fand sie in ihrem großen Hobby, dem Schwimmen in den Westberliner Seen. Legendär waren ihre bis in den späten Herbst hinein durchgezogenen Badeausflüge! Dazu kamen regelmäßige Theater- und Konzertabende mit ihrem Mann, und auch in der aktuellen Literaturszene kannte sich Gretel Wagner gut aus.
1990 durfte ich als ihre unmittelbare Nachfolgerin die Leitung der Lipperheideschen Kostümbibliothek übernehmen. Sie war jederzeit für meine Fragen da, half gerne bei kniffeligen Anfragen und zeigte immer großes Interesse an den einschlägigen Themen der Sammlung. Prof. F.C. Gundlach engagierte Gretel Wagner ins Forschungsprojekt „Berlin en Vogue“, das 1994 in der gleichnamigen Publikation (heute ein Standardwerk) und in einer Ausstellung mit mehreren Stationen mündete. Diesen großen Erfolg genoss Gretel Wagner sehr und blieb den Beteiligten lange in Freundschaft verbunden.
Meine dankbare private Erinnerung an Gretel Wagner umfasst fröhliche gemeinsame Reisen – beispielsweise nach Salzburg – und genussvolle Mittagessen in Berliner Restaurants, außerdem denke ich an Tee-Nachmittage bei ihr zuhause, immer mit interessanten Gesprächen über das Tages- und Weltgeschehen. Sie ließ sich gerne verwöhnen, beispielsweise bei mir zuhause mit Marillenknödeln… Das letzte Jahrzehnt war für sie leider eine schwierige Zeit, in der sie ihre Umgebung durch die schwere Erkrankung zunehmend verlor. Sie ist nun davon erlöst und findet bestimmt in ihrer letzten Ruhe wieder zu sich selbst zurück.
Adelheid Rasche, 15. September 2025

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