netzwerk mode textil
©
Collage © Anna Sophie Howoldt 2011
unter Verwendung folgender Vorlagen:

1. Mercedes Benz Fashion Week
Marcel Ostertag 2011
Foto: © Susanne O. Beckmann

2. Garnrollen, Krefeld 2009
Foto: © Gundula Wolter

3. Herrenanzug, 18. Jh. (Det.)
Staatliche Museen zu Berlin
Kunstgewerbemuseum
Foto: © John Colton
x
©
Drucken

Nachruf für Gundula Wolter (* 4.2.1951 † 6.8.2026)
Der plötzliche Tod von Gundula Wolter hat viele Netzwerker:innen tief getroffen. In ihrer Amtszeit als erste Vorsitzende war es ihr ein großes Anliegen, alle neuen Mitglieder persönlich kennenzulernen und im besten Fall eine neue Expert:in für eine der zahlreichen Vereinsaufgaben zu gewinnen. Das Netzwerken war ihr ein inneres Anliegen, dem sie sich unermüdlich gewidmet hat. Ihre zugewandte Art wie ihre wissenschaftliche Kompetenz und Neugier machten sie zu einem Vorbild als Kommunikatorin.
Gundula Wolter bezeichnete sich selbst als freiberufliche Modeexpertin und Autorin. Nach einem Studium an der Hochschule für bildende Künste Kassel Fachrichtung Grafik Design und Bildende Kunst und Werken für das Lehramt an Gymnasien sowie einem anschließenden Studium des Textilen Gestaltens an der Hochschule der Künste Berlin und der Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin, machte sie im Jahr 1987 ihren Abschluss im Aufbaustudium und wurde 1993 zum Dr. phil. am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität Berlin promoviert.
Sie lehrte an Universitäten und Kunsthochschulen, insbesondere an der Hochschule der Künste Berlin, der Kunsthochschule Berlin-Weissensee und am Institut für Textilgestaltung/Didaktik und Kulturgeschichte der Textilien an der TU Dortmund. In den Jahren 1998 bis 2006 war sie Gastprofessorin für Modegeschichte und Modetheorie am Institut für experimentelles Bekleidungs- und Textildesign an der Universität der Künste Berlin und arbeitete sehr eng mit der Modeklasse von Vivienne Westwood zusammen.
Mit der Gründungsidee von netzwerk mode textil e.V. ging ihre Freiberuflichkeit einher. Im März 2007 starteten Jutta Beder, Elisabeth Hackspiel und Gundula Wolter zunächst eine Initiative zur Neuaufstellung der Gesellschaft für Historische Waffen- und Kostümkunde. Als dies scheiterte, lag die ausgegliederte Netzwerkgründung 2008 nahe. Geplant war ein Kommunikationsraum für die Kleidungs-, Mode-, Textilgeschichte sowie Theorie und Praxis für den deutschsprachigen Raum. Gundula Wolter war inzwischen durch ihre Publikationen, Lehre und Expertise zu einer vielgefragten Expertin in der Wissenschaft, beim Film und für das Fernsehen geworden.
Die Verbindung von Theorie und Praxis, ein Spiegelbild ihrer eigenen Vita, lag ihr besonders am Herzen. In einem Interview mit AustriaFashion.Net im Jahr 2016 thematisierte sie ihren interdisziplinären Ansatz bei der Netzwerkgründung: „Wir wollten aber auch auf keinen Fall eine rein forschende Institution sein, wir wollen die Praktikerinnen und Praktiker einbinden, z.B. die Restauratorinnen und Restauratoren, die ein immenses Wissen haben, aber auch junge Modedesignerinnen und -designer.“
Neben ihrer vielbeachteten Dissertation zur Hose in der Frauenmode zwischen 1789 und 1918 hat sie sich in zahlreiche Felder der Modegeschichte vorgewagt: originell, innovativ, inspirierend. Sie kannte alle, wusste, wer woran arbeitete und wer mit wem in Kontakt zu bringen war. Vor allem aber war sie selbst ständig in Bewegung; sie besuchte, reiste und befragte ihre Kolleginnen und Kollegen, verpasste keine wichtige Ausstellung und war so aufs Beste informiert. All dies kam dem Verein zugute. Als Webmasterin kümmerte sie sich bis zuletzt Woche für Woche um die Aktualisierungen und hielt all die zahlreichen für die Homepage zuarbeitenden ehrenamtlichen Netzwerker:innen zusammen. Es gelang ihr mit Charme und Zuspruch das Engagement von vielen für den Verein zu mobilisieren. Dazu gehört nicht zuletzt ihre Familie, die im Hintergrund und ohne Aufhebens dankenswerterweise unterstützte.
Für alle, die sie kannten, und für den Verein ist der plötzliche, unerwartete und endgültige Abschied schmerzhaft und traurig. Sie hinterlässt eine Lücke, die bleiben wird. Wir sind unendlich dankbar für ihr Engagement, für ihre freundliche und unermüdliche, zugewandte und muntere Kritik, die stete Verbesserung als Ziel hatte. Wir vermissen sie sehr. Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie.
Im Namen des Vorstand und aller Netzwerker:innen trauern
Gudrun M König, 1. Vorsitzende; Lioba Keller-Drescher, 2. Vorsitzende; Rosita Nenno, Schatzmeisterin sowie die Beirätinnen Katrin Lindemann und Dagmar Venohr

  • About us
  • News
  • Projects
  • Database nmt
  • Publications
  • Portal
  • Members
  • Join us
  • Sponsoring
  • Partner
  • Newsletter
  • Links
  • Home
  • Sitemap
  • Contact us
  • Imprint
  • Privacy policy
  • D /
  • E

Suche

Login

  • Passwort vergessen?